Ein Muss für alle Interessierten, der Altstadtrundgang

Altstadt-Rundgang

Nr. 1 Salingarten
Seit 1987 ist der Salingarten vor dem Kultur- und Kongress-Zentrum zu einem Skulpturengarten geworden, in dem Großplastiken bedeutender Bildhauer aus Rosenheim und Umgebung zu sehen sind. Als Beispiel sei die Bronzeplastik "Mensch und Pferd" von Prof. Heinrich Kirchner genannt, der an der Akademie in München lehrte und in Pavolding bei Seeon lebte. Er verband mit seinen Werken häufig religiöse Ideen: so stellte er hier den Menschen und das Tier auf ein und dieselbe Ebene.

Nr. 2 Gillitzerblock
Der "Gillitzerblock" (Neurenaissance / Neubarock) wurde 1891 - 1897 von dem Münchner Unternehmer Thomas Gillitzer erbaut. Er umfasst 15 Häuser, das gesamte Gebiet zwischen Gillitzer- Münchener- und Prinzregentenstraße. Ein Großteil der historischen Gebäude wurde durch zwei große Neubauten ersetzt: Mitte der 60er Jahre durch den Neubau des Kaufhauses Karstadt und Anfang der 70er Jahre durch den Neubau des sogenannten "neuen Gillitzerblocks" im nördlichen Bereich. 1998 wurde das Karstadt Gebäude wiederum renoviert.

Nr. 3 Max-Josefs-Platz
Der Max-Josefs-Platz - früher der Innere Markt und Schranne - ist heute die "Gute Stube" der Stadt. Seit 1984 ist der historische Marktplatz Fußgängerzone.
a) Der Max-Josefs-Platz ist umgeben von prächtigen Bürgerhäusern im Inn-Salzach-Stil. Typisch für diesen Baustil sind die Laubengänge (spitz-, rund-, und flachbögig), Gewölbe in den Häusern, Erker, sowie die hinter teilweise hoch aufragenden Vorschußmauern verborgenen Grabendächer, z. T. Flötze und "Himmelsleiter". Beispiel: Ellmaier-Haus (Holztechnisches Museum Nr. 18).
b) Die Häuser um den Max-Josefs-Platz entstanden nach dem großen Brand von 1641 (im Kern stammen sie teilweise aus dem 14./15. Jhdt). Vormals schmale Holzhäuser wurden zu stattlichen Patrizierhäusern zusammengefaßt. Im 19. Jahrhundert erfolgte vielfach eine Aufstockung im Bereich der Grabendächer, verbunden mit einer Neufassung und Überarbeitung der Fassaden. In der Hafnergasse ist das Relief "Flußgott Inn" von Prof. Albertshofer (entstanden 1927) zu sehen. Es erinnert an die Bedeutung der Inn-Schifffahrt bis Mitte des 19.Jahrhunderts.
c) Das Wirtshausschild am Haus Stockhammer zeigt einen Schiffszug. Flache, häufig mit Getreide beladene Holzboote (Plätten) wurden von Pferden flußaufwärts gezogen.
d) Das Weinhaus Fortner "Zum Santa", ein Patrizierhaus, das bereits 1642 eine Umgestaltung des gotischen Kerns erfuhr, wurde 1745 mit einer Frührokoko-Stukkatur versehen. In der Weinstube ist das gotische Gewölbe erhalten. Die jetzige Fassade ist ein Zusammenspiel aus der ursprünglichen Rokokofassade von 1745 und der Neurokoko- ergänzung aus dem 19. Jhdt.
e) Das Haus Nr. 22 war von 1641-1878 das Rathaus von Rosenheim. Eine Relieftafel zeigt das Haus mit geschweiftem Barockgiebel, wie es bis zur Aufstockung nach 1878 bestand. Die dargestellten Getreidesäcke erinnern an die rege Handelstätigkeit auf der Schranne.
f) Das Bergmeister-Haus mit seinem prächtigen Eckerker war über 100 Jahre lang der Pfarrhof von Rosenheim. Sehenswert ist die Rokoko-Eingangstüre an der Hl. Geist-Straße und das spätgotische Portal.
g) Vor dem Bergmeister-Haus befindet sich ein Brunnen mit einer Spätrokoko-Statue des Hl. Nepomuk, einem Schutzpatron der Schiffsleute.

Nr. 4 Hl-Geist-Kirche
Die Heilig-Geist-Kirche wurde gegen 1449 vom Bürger Hans Stier erbaut (Spitalstiftung). Der ursprünglich gotische Bau wurde ab 1684 barockisiert. Der Turm, der ursprünglich einen gotischen Spitzhelm trug, wurde mit einer barocken Zwiebel versehen. Sehenswert ist das Lucca-Bild (eine Secco-Malerei aus dem 15. Jahrhundert) in der Wolfgangskapelle.
Abendmusik in der Heilig-Geist-Kirche findet einmal im Monat Sonntag um 17 Uhr statt.

Nr. 5 Mittertor
Das Mittertor (das einzig erhaltene Markttor Rosenheims) war vor 1350 das Osttor des Marktes, der damals mit einem doppelten Graben beschützt wurde. Seit dem 15. Jahrhundert trennte es den Inneren Markt vom Äußeren Markt und diente als Verwaltungsgebäude (Marktschreiberei). 1641 wurde der Zwiebelturm angebracht, später der Langbau verändert. Im Kern ist das Mittertor das älteste Gebäude von Rosenheim. Heute befindet sich in diesen Räumen das Städtische Museum mit seiner einzigartigen Sammlung, von den Römern bis zur Geschichte der Stadt im 20. Jahrhundert.
a) An der Fassade des Mittertores zur Seite Ludwigsplatz befindet sich das Wappen von Rosenheim, die weiße Rose auf rotem Grund. Daneben ist das bayer. Wappen zu sehen.

Nr. 6 Ludwigsplatz
Der Ludwigsplatz war Teil des sog. Äußeren Marktes, der infolge der Erweiterung Rosenheims nach 1500 entstand.
a) Auf dem Ludwigsplatz fällt der Fischbrunnen auf, ein Werk von Prof. Albertshofer aus dem Jahr 1928. Er erinnert daran, daß hier früher lebende Fische verkauft wurden.
b) Am Schuhaus Reindl ist eine Kugel zu sehen, die aus napoleonischer Zeit stammt und  ein kriegerisches Ereignis im Jahr 1810 erinnert.
c) Im 2. Stock des "Gietl-Hauses" (Bildmitte) befindet seit 1995 sich die neue Abteilung des Städtischen Museums zur Stadtgeschichte von 1900 bis 1960.

Nr. 7 Kirche St.Josef
Die Spitalkirche St. Josef wurde 1618/19 vom Bürger Simon Peer erbaut (Bürgerspitalstiftung). 1641 brannte die Kirche ab. Sie wurde von Andreas Peer, dem Sohn des Stifters wiederhergestellt. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde sie neu eingerichtet. (barocker Altar, Rokokokanzel, Bilder vom Rosenheimer Maler Joseph Anton Höttinger, die das Leben das Hl. Josef darstellen).

Nr. 8 Pfarrkirche St. Nikolaus
Die Stadtpfarrkirche St. Nikolaus entstand 1450
als spätgotischer Bau mit Spitzhelmturm. 1641 Brandschaden. 1642-57 erfolgte der Neubau mit Zwiebelturm - dem heutigen Wahrzeichen von Rosenheim. Die Inneneinrichtung wurde dem Zeitgeschmack entsprechend mehrmals verändert, d.h. barocke bzw. neugotische Einrichtung.
1880 wurde des Kirchenschiff um 3 Joch in Richtung Ludwigsplatz verlängert. Ab 1960 Neugestaltung des Kircheninneren. Ältestes Kunstwerk des Gotteshauses ist das Schutzmantelmadonnenbild aus dem Jahre 1514.

Nr. 9 Rathaus
Das Rathaus kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken: 1858 war das Gebäude nach 3 Jahren Bauzeit als erster Rosenheimer Bahnhof in Betrieb gegangen. Der Bahnhof galt als einer der schönsten in Bayern. Doch schon 1878 hörte der Bau auf, seinem ursprünglichen Zweck als Bahnhof zu dienen - und wurde zum Rathaus. Bis 1979 fanden im Inneren des Gebäudes zahlreiche Umbauten, Abbrüche und Erweiterungen statt.

Nr. 10 Städtische Galerie
Die Städtische Galerie wurde 1937 von
German Bestelmayer erbaut. Jährlich werden sechs Kunstausstellungen veranstaltet. Neben zeitgenössischer Kunst werden auch
Ausstellungen mit Werken aus dem 19. und
20. Jahrhundert gezeigt.

Nr. 11 Lokschuppen
Der Lokschuppen diente von 1857 bis 1878 als Lokomotivenremise. 1988 wurde das Gebäude renoviert und ist seitdem das bekannteste Ausstellungszentrum Südostbayerns, in dem jährlich große Sonderausstellungen und Messen stattfinden.Publikumsmagnete waren unter anderem die Ausstellungen: "Die Bajuwaren", "Die Kelten", "Prunkvolles Zahrenreich", "Die Welt der Wale" und "Mumien - Gräber - Kostbarkeiten" und "Römer- Zwischen Alpen und Nordmeer".

Nr. 12 Kultur- und Kongress-Zentrum KuKo
An der Stelle, wo sich heute das Kultur- und Kongress-Zentrum befindet, bestand von 1604 bis 1803 ein Kapuzinerkloster. Es wurde während der Säkularisation aufgelöst und die Gebäude mit Klosterkirche abgerissen. Im Jahr 1810 wurde an diesem Platz eine Saline errichtet, die bis 1958 in Betrieb war. Die Saline, zu der die Sole von Reichenhall in einer 110 km langen hölzernen "Pipeline" geleitet wurde, war einer der Grundsteine für die Industrialisierung Rosenheims. 1967 wurden die Salinengebäude abgetragen und auf dem Areal das Kultur + Kongress Zentrum, eine der wichtigsten Einrichtungen für Veranstaltungen aller Art, errichtet. Die Eröffnung fand 1982 statt. 1997 wurde das Kongresszentrum eröffnet.

Nr. 13 Inn Museum
Das Inn-Museum, wie die "wasserbau- und schifffahrtstechnische Sammlung des Wasserwirtschaftsamtes Rosenheim" genannt wird, befindet sich im ehemaligen Bruckbaustadel an der Innbrücke. Mit vielen Originalobjekten lässt das Museum die Innschifffahrt in den vergangenen Jahrhunderten lebendig werden. Darüber hinaus vermittelt das Museum Wissenswertes über Flusslandschaft und Flussbau, Geologie, Besiedlungsgeschichte, Schiffbautechnik, Brückenbau und die Entwicklung des Ausbaus von Wasserwegen.

Nr. 14 Loretokapelle
Ebersberger Straße / Loretowiese. Die kleine Kirche wurde dem Vorbild der Santa Casa in Loreto / Italien nachempfunden. Erbaut wurde sie infolge eines Gelübdes des Rosenheimer Ratsbürgers Georg Schauer. Die Einweihung erfolgte im Jahr 1636. Das Deckengemälde stammt vom Rosenheimer Maler Joseph Anton Höttinger.

Nr. 15 Roßackerkapelle
Am Roßacker. Martin Schmetterer, Bierbrauer in Rosenheim, stiftete das Kirchlein "Zu den sieben Zufluchten" im Jahre 1737. Errichtet wurde es in unmittelbarer Nachbarschaft zu seinem Brauhaus. Das kirchliche Kleinod ist der einzige, in sich geschlossene barocke Kirchenbau Rosenheims.

Nr. 16 Stadtarchiv
Reichenbachstraße 1a

Nr. 17 Städtisches Museum
Die heimatkundliche Sammlung im Städtischen Museum reicht von der Vor- und Frühgeschichte, Römerzeit bis ins 19. Jahrhundert und informiert über die verschiedenen Epochen und Lebensbereiche der Rosenheimer.

Nr. 18 Holztechnisches Museum
Seit 1990 dokumentiert das Holztechnische Museum die Geschichte der Holztechnik. Schließlich hat sich Rosenheim in den 20er Jahren mit der Gründung der ersten Sägewerkerschule und dem späteren Holztechnikum einen weltweiten Ruf als "Holzstadt" erworben. Ausgehend vom Naturprodukt Holz wird in einer museumsdidaktisch aufbereiteten Lehrschau die Entwicklung der Be- und Verarbeitung dieses Werkstoffes aufgezeigt. Durch Exponate, Grafiken und Abbildungen sowie einer Reihe von originalgetreu nachgebauten Modellen werden alte und neue Fertigungsverfahren zur Herstellung von Geräten, Einrichtungen und Baukonstruktionen aus Holz überschaubar dargestellt. Audiovisuelle Medien ermöglichen es, sich in Spezialgebiete zu vertiefen oder Gesamtzusammenhänge eindrucksvoller zu veranschaulichen.

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