06.03.2014

von B°-MR

dark.scape

Ordnung und Chaos - Werke von Peter Lang und Susanne Thiemann in der Ausstellung dark.scape in der Städtischen Galerie Rosenheim

Bild von Peter Lang in der Ausstellung dark.scape

Skulpturen von Susanne Thiemann

Ordnung und Chaos - Peter Lang und Susanne Thiemann

Viele Unterschiede prägen die aktuelle Ausstellung dark.scape (31. Januar bis 9. März 2014) in der Städtischen Galerie Rosenheim: Während sich Peter Lang einer von der Weite der Natur inspirierten Landschaftsmalerei verschrieben hat, widmet sich Susanne Thiemann Skulpturen aus künstlich geschaffenem Material. Farbige Kunststoffschläuche und Schälreste von Autoreifen sind ihr Werkstoff.

Der Ausstellungstitel "dark.scape" leitet sich vom englischen Wort für "Landschaft" - "landscape" - ab. Durch eine teilweise sehr dunkle Tonalität der Werke beider Künstler ergibt sich schließlich das Wortspiel, das den Besuchern Platz und Raum für weitere Assoziationen bietet.

Führungen durch die Ausstellung finden statt am Sonntag, den 16. Februar 2014 und Sonntag, den 9. März 2014, jeweils um 14 Uhr, mit der Kunsthistorikerin Frau Eva Gawlik. 

Scheinen diese beiden Künstler noch so weit entfernt, was ihre Formensprache angeht, vereinen sie doch beide Gegensätze in ihren Werken. Peter Langs Landschaften sind aufgrund von starker Linearität und strenger Geometrie oft nur noch ansatzweise als solche zu erkennen. Susanne Thiemann wiederum schafft amorphe, organisch anmutende Formen, die jedoch aus Material bestehen, das sofort mit dem Wort "künstlich" und mit industrieller Herstellung assoziiert wird. In den Werken beider Künstler verbinden sich also Elemente des Natürlichen mit Elementen des Künstlichen und bilden in sich jeweils eine Einheit. Findet sich bei Peter Langs Bildern die strenge Horizontale - aufgetragen durch eine aufgespannte pigmentiere Schlagschnur - als bildnerisches Mittel wieder, arbeitet Thiemann bei ihren Skulpturen mit "Linien", die jedoch durch das Flechten gleichzeitig Chaos und Ordnung suggerieren.

 

 

Peter Langs Grundlage und Inspiration ist die Natur, insbesondere natürliche Weiten, die der Künstler in gering besiedelten Gegenden an unterschiedlichen Orten und Ländern findet. Nach seinen Eindrücken entstehen großformatige, weit angelegte Landschaften. Atmosphärische Farben schaffen die Grundlage für die Stimmung in seinen Bildern, mit der speziellen Schlagschnur-Technik verleiht er seinen Werken das streng-horizontal Geometrische, so dass seine Bilder fast schon abstrakt wirken. Ein mobiles Malatelier - ein Container, der speziell für den Künstler umgebaut wurde - ermöglichte den ungestörten Aufenthalt in verlassenen Gegenden, der sich zweifellos in den beeindruckenden Bildern widerspiegelt. Zu sehen sind in der Galerie unter anderem Werke, die in einem mehrmonatigen Aufenthalt in Island im Jahre 2012 und 2013 entstanden sind. Ergänzt werden Peter Langs Bilder durch Tuschezeichnungen auf Papier, die ebenfalls den Weg des Künstlers in die Abstraktion sichtbar machen, denn auch bei diesen wird die Prägnanz der reduzierten Form deutlich.

Die Basis von Susanne Thiemanns Arbeiten stellt die Flechtarbeit dar. Denkt man beim Flechten als erstes an natürliche Materialien und das Korbflechten, sieht man bei ihren Werken sofort, dass die Flechtmethode nicht mehr dazu dient praktische Dinge des Alltags herzustellen, die einen Nutzen haben, sondern dass abstrakte Figuren und Formen entstehen. Das klassische Handwerk wird hier überwunden und weitergedacht, sowohl in der Form als auch im Material. Entstehen anfangs noch kompakte amorphe Figuren, wird mit Susanne Thiemanns Entwicklung auch das Innenleben ihrer Skulpturen offenbart. Das Grundgerüst kommt zum Vorschein indem die homogen geflochtene Haut der Skulptur aufgebrochen wird. Die Struktur der Arbeiten findet sich außerdem als Abdrücke in Frottagen auf Japanpapier wieder. Zu sehen ist auch ein Film mit Performance, die ebenfalls zu Thiemanns künstlerischer Ausdruckweise zählt, ebenso wie die Collagetechnik.

Susanne Thiemann arbeitet mit dünnen, bunten Kunststoffschläuchen sowie mit Schälresten von Autoreifen. Aus diesen ungewöhnlichen Materialien flicht sie abstrakte Figuren und Formen. Die Struktur ihrer Flechtarbeiten findet sich außerdem in "Frottagen" wieder. Zu ihrer künstlerischen Ausdrucksweise zählen außerdem die Collage, Performance und Film.

Städtische Galerie Rosenheim, Max-Bram-Platz 2, 83022 Rosenheim, Telefon: 08031 - 365-1447.

Öffnungszeiten:

  • Dienstag bis Freitag: 10 bis 17 Uhr
  • Samstag und Sonntag: 13 bis 17 Uhr geöffnet
  • 6. Januar, 1. Mai, 3. Oktober, 26. Dezember, 13 bis 17 Uhr geöffnet
  • Montags (auch Ostermontag und Pfingstmontag), Faschingsdienstag und sonstige Feiertage geschlossen

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