12.07.2014

von B°-MR

MINT-Basisstudium

Das MINT-Basisstudium startet im Herbst in Altötting - gut vorbereitet zum Bachelor-Abschluss.

Stellten das neue MINT-Basisstudium in den Studienräumen in Altötting vor: (v.l.n.r.) Staatssekretär Bernd Sibler, Ingrid Heckner, MdL, Hochschulpräsident Prof. Heinrich Köster, Dr. Martin Huber, MdL, Landrat Erwin Schneider und Schulleiter Rudolf Geier.

Flyer zum MINT-Studium

Gut vorbereitet zum Bachelorabschluss

Ob Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik: Absolventen der so genannten MINT-Fächer haben glänzende Karriereperspektiven und werden auf dem Arbeitsmarkt dringend benötigt. Dennoch stehen MINT-Studienfächer bei Erstsemestern nicht hoch im Kurs und bei Weitem nicht alle schließen das Studium erfolgreich ab. Im Gegenteil: Rund jeder Dritte im bundesweiten Fachhochschul-Durchschnitt verlässt die Hochschule ohne Abschluss. Auch die Hochschule Rosenheim ist von dem Problem betroffen und erprobt deshalb in einem Modellprojekt in Kooperation mit der Beruflichen Oberschule Inn-Salzach in Altötting neue Wege Studienabbrüchen vorzubeugen. Das Abschlussjahr an der Schule und die ersten zwei Studiensemester verschmelzen dabei zu einer Einheit. Der Übergang von Schule zu Hochschule erfolgt nahtlos, die Schüler starten gut vorbereitet in ihr Studium.

"Viele unserer Studienanfänger haben ganz falsche Erwartungen an den gewählten Studiengang. Gerade in den ersten Semestern besteht das Curriculum zu großen Teilen aus anspruchsvollen naturwissenschaftlichen Grundlagenfächern. Die fachlichen Anforderungen unterschätzen viele. Oft fehlen Vorkenntnisse, die an der Hochschule dann nicht mehr "so nebenbei" nachgeholt werden können", erklärte Hochschulpräsident Prof. Heinrich Köster bei der offiziellen Projektvorstellung. "Andere Erstsemester sind zudem mit den organisatorischen Aspekten des Studiums überfordert."

Damit es an der Schnittstelle zwischen Schule und Hochschule nicht zu Problemen kommt, setzt das Programm bereits in der 12. Klasse an. Schüler im Technikzweig der Fach- und Berufsoberschule haben die Möglichkeit, an einer Modellklasse teilzunehmen und in drei zusätzlichen Schulstunden pro Woche naturwissenschaftliche Grundlagen zu vertiefen. Neben dem theoretischen Intensivtraining stehen Praktikumsversuche und die konkrete Anwendung naturwissenschaftlicher Techniken auf dem Lehrplan.

Danach erfolgt ein nahtloser Übergang ins Studium - auch örtlich, denn die ersten beiden Studiensemester finden in Altötting statt. Die Hochschule Rosenheim bietet vor Ort im Rahmen eines "MINT-Basisstudium" Grundlagenmodule an, weitgehend ohne spezielle fachliche Ausrichtung. Erworbene Leistungspunkte können sich Studierende später in jedem fachlich einschlägigen Studiengang anerkennen lassen. Mit der Organisation des Studienalltags müssen sich Teilnehmer des Modellprojekts erst beschäftigen, wenn sie zwei Semester erfolgreich gemeistert haben. Im Altöttinger MINT-Studium lernen sie Dozenten und Inhalte verschiedener Fachrichtungen kennen. Die Entscheidung für ein Studienfach fällt danach um ein Vielfaches leichter.

Mehrwert für den Landkreis Altötting

Landtagsabgeordnete Ingrid Heckner und der Altöttinger Landrat Erwin Schneider begrüßen das Projekt und haben sich politisch für die Realisierung eingesetzt. Beide sind sich einig: "Damit bieten wir jungen Menschen aus der Region eine wunderbare Möglichkeit, hier in der Region ihre akademische Ausbildung zu starten." Gleichzeitig sei die Gewinnung von zusätzlichen MINT-Studierenden und -Absolventen ein wichtiger Schritt, um dem drohenden Fachkräftemangel in der Region vorzubeugen.

Ein Landkreis gewinne durch die Möglichkeit, vor Ort studieren zu können, insgesamt an Attraktivität, ist Bernd Sibler, Staatssekretär im bayerischen Wissenschaftsministerium, überzeugt. Bei der Ansiedlung von Bildungsangeboten in der Region könnten Wissenschafts- und Strukturpolitik gut zusammenwirken. "Voraussetzung ist immer ein schlüssiges, auch landesweit stimmiges Konzept, eine kooperationsbereite Hochschule sowie die Unterstützung der Kommune, etwa durch die langfristige Bereitstellung einer passenden Immobilie", führte Sibler aus. All dies sei beim Altöttinger MINT-Studium gegeben. Der bayerische Ministerrat hatte sich bereits im April 2013 entschieden, das Projekt zu finanzieren.

Weitere Informationen zum Ablauf des MINT-Basisstudiums, Lehrinhalten und der Anrechnung von Studienleistungen auf der Homepage.

Hochschule für angewandte Wissenschaften, Fachhochschule Rosenheim, Hochschulstraße 1, 83024 Rosenheim, Telefon: 08031 - 805-0

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