05.08.2010

von B°-MR

102jährige Besucherin

Zu Besuch aus Nordrhein-Westfalen: Mit 102 Jahren ist Frau Roeck die älteste Besucherin der Gartenschau

Cornelia Roeck erhält von Walter Oeckler einen Blumenstrauß

Ich wollte unbedingt noch sehen, wie sich hier alles verändert hat

Cornelia Roeck zu Besuch aus Nordrhein-Westfalen - sie ist mit 102 die älteste Besucherin der Gartenschau.

Für die 102jährige Cornelia Roeck war klar, die Landesgartenschau in Rosenheim, die muss sie sehen, egal wie anstrengend das werden könnte. Eigentlich wollte sie schon Mitte Juli nach Rosenheim kommen, aber bei 35 Grad und Zügen mit defekten Klimaanlagen war den beiden Nichten der alten Dame, die sich liebevoll um ihre "Tante Nelly" kümmern, das gesundheitliche Risiko einfach zu groß. Trotzdem wollten sie ihr diese Reise ermöglichen und beim zweiten Anlauf hat es nun geklappt.

Bei leichtem Regen empfing Gartenschau Geschäftsführer Werner Oeckler die zierliche Frau Roeck mit einem Blumenstrauß. "So wunderschöne Farben, den stelle ich mir jetzt erst ins Hotel und übermorgen nehme ich ihn einfach mit in den Zug", freute sich Frau Roeck. Zum Fototermin ging es dann ins wunderschön lichte und vor allem trockene Gärtnerische Infozentrum. Aber leichter Regen war für die 1908 geborene Cornelia Roeck allemal besser als schwüle Hitze und obwohl sie für ihr Alter immer noch recht gut zu Fuß ist, nur Stock oder Rollator benutzt, gönnte sie sich für den Rundgang über das Gartenschaugelände dann doch einen Rollstuhl.

Gedanklich noch sehr fit, erzählte Frau Roeck dann Werner Oeckler, dass sie das Gartenschaugelände unbedingt sehen wollte, weil sie neugierig sei, was daraus geworden ist, denn vor etwa vier Jahren sei sie bei einem Krankenhausaufenthalt oft dort spazieren gegangen.

Werner Oeckler war wirklich beeindruckt von der Energie und der Lebensfreude, die diese alte Dame ausstrahlte. In so hohem Alter eine Zugreise von über 650 Kilometern auf sich zu nehmen, um eine Gartenschau zu besuchen, das ist mutig und sagt auch einiges aus über das Leben dieser Frau, die noch zwei Weltkriege erlebt hat und dann auf der Flucht in Rosenheim hängenblieb, wo sie viele Jahrzehnte leben sollte.

"Es war immer das Ziel von Tante Nelly noch solange in Ihrer Rosenheimer Wohnung zu bleiben, bis die Landesgartenschau kommt, damit sie hingehen kann", erzählt ihr Nichte  Annegret Wehrmann. "Aber dann musste sie vor vier Jahren ins Krankenhaus und hat danach leider ein wenig abgebaut. Das alleine leben wurde schwieriger."

Jetzt wohnt Cornelia Roeck schon seit zwei Jahren in Detmold, bei Bielefeld, in einem Altenheim. So kann sie in der Nähe ihre beiden Nichten leben. Ihr gefällt es dort ganz gut, die Schwestern seien nett, sagt sie. Kinder, Enkel, Urenkel habe sie leider keine  - und irgendwann brauche man eben doch ein wenig familiäre Unterstützung. 

Ihren 100. Geburtstag hatte Cornelia Roeck noch in Rosenheim gefeiert, dort lebte sie 60 Jahre lang in Pang. Damals bekam sie sogar von Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer persönlich Glückwünsche und einen Blumenstrauß überreicht. Es fiel ihr nicht leicht wegzugehen. Auch nach zwei Jahren vermisst sie jeden Tag ihren Blick vom Schlafzimmer auf die Berge. Direkt nach dem Krieg war sie hier mit ihrem Mann Hugo gelandet und hatte sich schnell eingelebt. "Die Berge haben es uns gleich angetan. Wir waren immer draußen, noch mit 80 bin ich rauf auf den Berg", erinnert sie sich stolz. Und ihre Nichten, beide auch schon über 60, erzählen, dass ihr Mann sie auf den Händen getragen habe, aber am Berg immer mit großen Schritten voran ging. Cornelia Roeck machte ihre zierliche Statur dann wohl mit Kondition wett. Eine Kondition, die ihr scheinbar bis ins hohe Alter Gesundheit bescherte.
 
Auch bei ihrem Gartenschaubesuch verblüffte sie wieder Mal ihre Nichten mit ihrem Durchhaltevermögen. Sechs Stunden waren sie auf dem Gelände unterwegs und "Tante Nelly" konnte gar nicht genug bekommen.

"Ja, sie war so begeistert, total glücklich. Die Ausstellung mit den Gärten und der Innspitz haben ihr so gefallen und die großen Beete. Also, wenn es nach Tante Nelly gegangen wäre, hätten wir noch mal eine ganze Runde gedreht."

Passend zum Thema

Die Arche der Hochschule Rosenheim steht schon auf dem Gelände der Landesgartenschau in Rosenheim

Die erste große gärtnerische Abnahme der Landesgartenschau 2010 hat bereits stattgefunden mit 11 Themengärten.

Mit zwei stylishen und noch dazu umweltfreundlichen Fahrzeugen macht Fiat Bernegger die Gartenschau mobil.

Mehr aus der Rubrik

Leider kein passender Artikel gefunden.
Weitere Artikel finden Sie hier.

Haben Sie einen Artikel, der hierher passen würde? Bitte informieren Sie unsere Redaktion, vielen Dank!
Teilen: