23.01.2012

von B°-MR

Siegen für Bürgerstiftung

Sportvereine siegen für die Rosenheimer Bürgerstiftung heißt eine Aktion der Sozialen Stadt - Siegen für die gute Sache

weibliche U16 SB DJK Rosenheim Hockey

Weg vom Computer - rein in die Sporthalle

"Unsere Sportvereine siegen für die Rosenheimer Bürgerstiftung", heißt eine Aktion der Sozialen Stadt, bei der jeder Wettkampf-, Turnier- oder Spielerfolg von Sponsoren mit Geld belohnt wird, das dem Startkapital für die Bürgerstiftung zugute kommt. Zahlreiche Vereine siegen bereits fleißig für die gute Sache, denn mit den Zielen der Bürgerstiftung können sich die Rosenheimer Mannschaften gut identifizieren. Sie leisten seit vielen Jahren eine wertvolle Jugendarbeit, die auch im Mittelpunkt der Bürgerstiftung steht.

Bis zum Finale der deutschen Meisterschaft hat es ein Jugendlicher aus dem erst vor fünf Jahren gegründeten Tischtennisverein Rosenheim schon einmal geschafft: eine Leistung, auf die die 100 Mitglieder sehr stolz sind. Knapp ein Dutzend bayerische Meistertitel und die Entwicklung mehrerer Jugendnational- und Erstligaspieler gehen auf das Erfolgskonto der Hockeyabteilung des Sportbundes DJK Rosenheim. Doch den Vereinsführungen geht es in erster Linie nicht um Siege und Top-Platzierungen bei großen Wettbewerben, sondern darum, Kinder und Jugendliche über den Sport in ihrer persönlichen Entwicklung zu stärken und zu fördern.

"Gemeinsam Chancen schaffen"
"Weg vom Computer - rein in die Sporthalle", bringt zweiter Vorstand Erwin Neumair aus dem Tischtennisverein Rosenheim das Ziel in der Jugendarbeit auf den Punkt. "Spaß am Spiel und an der Gemeinschaft stehen bei uns im Vordergrund", ergänzt Karl Göpfert, Abteilungsleiter Hockey beim Sportbund Rosenheim. "Siegen für die Bürgerstiftung": Diese Aktion der Sozialen Stadt unterstützen die Tischtennis- und Hockey-Mannschaften gerne, weil die Ziele der im Frühjahr startenden Bürgerstiftung mit jenen der Ballkünstler an der Tischtennisplatte und der Hockeyspieler übereinstimmen. "Uns geht es um die Förderung der Kinder, der Bürgerstiftung ebenso", so Neumair. "Mit dem Motto der Bürgerstiftung, können wir  Rosenheimer Hockeyspieler uns bestens identifizieren, geht es auch bei uns im Verein Tag für Tag um Gemeinsamkeit und das Schaffen von Chancen auf allen Ebenen", betont Göpfert

Sport fördert soziale Kompetenzen
"Mannschaftssport fördert die körperliche, geistige und seelische Gesundheit", ist zweiter Vorstand Neumair vom Tischtennisverein überzeugt. Wer regelmäßig trainiert, lernt, diszipliniert Termine einzuhalten und zuzuhören, wenn die Trainer Übungen oder Taktiken erklären. Die 30 Kinder, die in den fünf Jugendmannschaften spielen, entwickeln zudem einen ausgeprägten Teamgeist, stellt er immer wieder fest. Ältere Jugendliche verzichten am Wochenende, wenn ein Turnier auf dem Programm steht, freiwillig auf ausgedehntes Ausgehen oder den leider bei Teenagern schon üblichen Alkoholkonsum. "Jugendarbeit im Verein ist ein Stück weit soziale Arbeit", so das Fazit von Neumair. Göpfert sieht die Chance, Kindern und Jugendlichen über den Sport eine gesunde Einstellung zu ihrem Körper zu vermitteln. "Das betrifft sowohl das Kennenlernen körperlicher Grenzen wie auch die Stärkung geistiger und seelischer  Fähigkeiten", findet er. Kinder und Jugendliche würden über den Sport auch das Siegen und Verlieren lernen und ein Gefühl für die Teamarbeit entwickeln. "Im Verein werden viele Grundlagen gelegt, die es den Jugendlichen in ihrem jetzigen und späteren Leben einfacher machen. Unabhängig davon gibt es viele Erlebnisse, die man nie mehr vergisst, sei es bei sportlichen Erfolgen oder Turnierfahrten ins Ausland", ist Göpfert überzeugt.

Hohes ehrenamtliches Engagement
Training, Turnier, Wettkämpfe: All diese Angebote für Kinder und Jugendliche gibt es nur, weil sich Ehrenamtliche wie Neumair, Göpfert und viele andere in den Rosenheimer Sportvereinen engagieren. Der persönliche Aufwand ist hoch. 50 Prozent der 100 Mitglieder im Tischtennisverein sind zwischen acht und zwölf Jahren alt und benötigen eine intensive Betreuung. Fünf Jugendmannschaften gibt es nach Informationen von Neumair bereits, die von acht Trainern begleitet werden. Die Wochenenden stehen ganz im Zeichen des Spielbetriebs. Alljährlich veranstaltet der Verein sogar die Mini-Tischtennis-Stadtmeisterschaft. Die Hockeyabteilung beim Sportbund hat sogar alle Altersgruppen von fünf bis 18 mit Trainings- und Mannschaftsangeboten für Mädchen und Buben besetzt. 20 Trainer und ebenso viele Betreuer kümmern sich um den Nachwuchs.

Erfolg bedeutet mehr als Siegen
Ein Engagement, das die Ehrenamtlichen leisten, weil sie nach Überzeugung von Göpfert "ehrliche Freude am Erfolg" haben. "Unter Erfolg verstehen wir nicht nur den Sieg im Spiel, sondern auch mitzuerleben, wie im Training ein Kind eine neue Schusstechnik erlernt, ein Spieler Führungsaufgaben übernimmt oder das Team nach dem Match geschlossen ins Kino geht", betont der Abteilungsleiter Hockey. Erfolg bedeutet für Neumair vom Tischtennisverein sogar, ein untalentiertes Kind im Verein zu integrieren oder Teenagern, die als Schlüsselkinder nachmittags sich selbst überlassen sind, zweimal wöchentlich eine Anlaufstelle in der Halle und ein offenes Ohr zu bieten.

Stifter werden - Endspurt hat begonnen - Noch 2.500 Euro und die Stiftung kann loslegen
"Unsere Sportvereine siegen für die Rosenheimer Bürgerstiftung": Für diese Aktion hat  Projektinitiator Sven Raue, Mitarbeiter der Sozialen Stadt Rosenheim, Sportvereine, Abteilungen, Mannschaften und Einzelsportler geworben. Mit dabei sind der Sportbund DJK Rosenheim, der TSV 1860 Rosenheim, die Freie Turnerschaft Rosenheim, der MTV 1885 Rosenheim, der Tischtennis-Verein Rosenheim, der Skiclub Rosenheim, der ESV 1929 Rosenheim, der Tower Squashclub Rosenheim sowie die Starbulls Rosenheim. Sponsoren aus der Wirtschaft sitzen mit im Boot und spenden für jeden Sieg eines Vereins zehn Euro an die Bürgerstiftung.

Zur Gründung der Bürgerstiftung Rosenheim fehlen nur noch knapp 2.500 Euro. Deshalb der Aufruf an alle Rosenheimer: Machen Sie mit, werden Sie Stifter! Jeder kann Stifter werden mit einer Mindesteinlage von 500 Euro - als Betriebsgesellschaft, als Unternehmer, als Einzelstifter oder als Familie.

Die Bürgerstiftung unter dem Motto "Gemeinsam Chancen schaffen" will im Frühjahr 2012 mit einem Startkapital von 50.000 Euro ihre Arbeit beginnen. Aus den Erlösen soll unter anderem jedem Rosenheimer Kind ermöglicht werden, in einem Verein einen Sport auszuüben oder ein Musikinstrument zu lernen und täglich ein gesundes Frühstück zu erhalten. Entsprechende Projekte in den Stadtteilen sollen außerdem weiter unterstützt werden. Dis sind Projekte wie das offene Basketballtraining oder die Bewegungsschule von Diplom Sportlehrer Thomasz Podrazka. Im Jahr 2011 konnten mit Hilfe dieser Angebote 49 Kinder und Jugendliche aus den Stadtteilen der Sozialen Stadt in Rosenheimer Sportvereine vermittelt worden.Auch sozial schwächere ältere Mitbürger können eine Förderung aus den Stiftungserlösen erhalten. Weitere Informationen zur Bürgerstiftung und zur Aktion mit den Sportvereinen erteilen die Soziale Stadt Rosenheim und Sven Raue, Telefon: 08031 - 2313180.

Weitere Informationen: Soziale Stadt Rosenheim, An der Burgermühle 10, 83022 Rosenheim, Sven Raue, Telefon: 08031 - 2321630

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