Baumschutzverordnung Rosenheim

Vorbildlich: Die Baumschutzverordnung der Gemeinde Rosenheim

"Eine Stadt ist so reich, wie ihre Bäume zahlreich sind" sagt eine alte Volksweisheit. Der Wahrheitsgehalt dieses Zitates wird sehr schnell deutlich, wenn wir uns vor Augen halten, auf welch vielfältige Art und Weise Bäume die Lebensqualität im urbanen Bereich zum Vorteil des Menschen beeinflussen. "Zu fällen einen schönen Baum, braucht's eine halbe Stunde kaum - zu wachsen bis man ihn bewundert, braucht er, bedenkt es, ein Jahrhundert!", schrieb Eugen Roth. Leider ist unser Umgang mit Bäumen von vermeintlichen Sachzwängen geprägt. Allzu schnell steht ein Baum im Weg, wird zum Ärgernis, Störenfried und Haftungsrisiko. Natürliche Vorgänge, wie das Herabfallen von Laub im Herbst, werden als lästig empfunden. Die Fällung des Baumes ist dann sehr schnell die "einfachste" Lösung des Problems.

Hier müssen wir umdenken und uns darüber bewusst werden, dass gerade Bäume in der Stadt besonderen Schutz verdienen. Auch die Verantwortung gegenüber nachfolgenden Generationen verpflichtet uns zu einem bewussten Umgang mit dem Baumbestand in Rosenheim. Im diesem Sinne hat sich die Gemeinde Rosenheim dazu verpflichtet, ihren Reichtum an Bäumen zu bewahren und zu mehren.

Bäume sind unersetzbar. Und schützenswert. Sie machen eine Stadt erst lebenswert und wohnlich, denn sie

  • bringen Grün in die Stadt
  • spenden Schatten
  • verbessern die Luftqualität
  • bieten einen Lebensraum für Vögel, Insekten und andere Kleintiere
  • sind einfach schön!

Daher sollen möglichst viele Bäume erhalten werden, denn leistet ein Baum enorm viel. Lautlos, unbemerkt, kostenlos und nahezu schon selbstverständlich. Unser aller Aufgabe ist es, Stimme für ihn zu sein. Ihn so lange wie möglich zu schützen und zu erhalten. Und neue Bäume zu pflanzen - Anlässe dafür gibt es genug: Zum Geburtstag, zur Hochzeit, zur Einschulung, zum Einzug ins neue Heim, zum Tag des Baumes ...

Entscheidend für die richtige Auswahl eines Baumes ist ein ausreichender Standraum für seine endgültige Größe - mit Beachtung des vorgeschriebenen Abstandes zur Grundstücksgrenze. Verzichten Sie auf exotische Bäume und Sträucher. Fragen Sie nach heimischen Arten, die an unsere Bedingungen bestens angepasst sind und der heimischen Tierwelt Lebensraum und Nahrung bieten. Auch die Bevorzugung von Laub- gegenüber Nadelgehölzen geschieht aus gutem Grund. Noch prägen leider häufig nicht heimische Nadelgehölze das Gartenbild. Laubbäume bringen Wärme und Erlebnis und laden zum Verweilen ein.

Die Luft im Innenstadtbereich ist vor allem in den Sommermonaten relativ trocken. Ein großer Laubbaum verdunstet pro Tag ca. 500 Liter Wasser und erhöht dadurch die Luftfeuchtigkeit. Messungen haben ergeben, dass die Luft an einer baumfreien Straße 3-4 mal stärker mit Staub belastet ist, als an einer Straße mit Baumbestand. Der Staub bleibt am Blatt- und Astwerk hängen und wird vom Regen abgespült. Eine 30 Jahre alte Kastanie bindet jährlich etwa 120 kg Staub. Bäume dämpfen außerdem Lärm und bremsen den Wind. Sie sind Lebensraum und Nahrungsquelle für viele heimische Tierarten. Auf einer Eiche können z.B. bis zu 300 verschiedene Insektenarten leben. Und schließlich beleben und gliedern Bäume unser Stadtbild. Oder können Sie sich die Prinzregentenstraße ohne Bäume vorstellen?

Die Stadt Rosenheim will den Baumbestand im Stadtgebiet schützen und erhalten. Deshalb hat sie eine Baumschutzverordnung erlassen, die für den bebauten Bereich gilt. Dazu werden die Eigentumsrechte an einem Baum bewusst zum Wohl der Allgemeinheit eingeschränkt. Die Baumschutzverordnung gilt selbstverständlich auch für die Stadtverwaltung Rosenheim.

Die Baumschutzverordnung soll verhindern, dass geschützte Bäume zerstört, erheblich verändert oder in ihrem charakteristischen Aussehen wesentlich verändert werden. Oft gibt es gute Alternativen zur Fällung eines Baumes. Oder Ausnahmen, die genehmigt werden. Wir informieren und beraten Sie gerne!

Welche Bäume werden durch die Verordnung geschützt?
Bäume mit einem Stammumfang von mehr als 80 cm (mehr als 60 cm bei mehrstämmigen Bäumen); gemessen in 1 Meter Stammhöhe
Ersatzpflanzungen nach der Baumschutzverordnung
Neupflanzungen im Rahmen eines Freiflächengestaltungsplanes.

Welche Bäume werden durch die Verordnung nicht geschützt?
Obstbäume, ausgenommen Walnussbäume
Bäume in Baumschulen und Gärtnereien
Abgestorbene Bäume

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